User:Patrick0Moran/DictionaryProject

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Here is the first half of the English to Simple English dictionary: lisp=mit der Zunge anstoßen A-bomb=atomic bomb, U → E; ASCII = A=41, J=4A, K=4B.

Ebendiese jeweilige Nachzeitigkeit kennzeichnet jeden Versuch von Sinnverstehen — auch den des vermeintlich ursprünglichen Subjekts, sobald es sich auf seine eigenen Zeichen bezieht. Darin stellt er den Bezug zwischen Absender und Adressat auf den Kopf: Ähnlich evoziert der Begriff der Spur das Bild eines erodierten, verschliffenen, bald verblichenen und vergessenen Signifikanten. Insofern steht er dafür, dass mit jedem Verstehensversuch je schon ein Gewaltakt einhergegangen ist: Singularität wird unter allgemeine Schemata subsumiert, Referenzen werden unterlegt, die sich auf idealisierte Gegenstände beziehen, Absichten werden unterstellt, die in jeder beliebigen Feinkörnigkeit der Repräsentation je noch letztlich unangemessene Engführungen sind.

Derridas Sprachphilosophie radikalisiert also die Differentialitätsthese von Ferdinand de Saussure. In einem Differenzgeschehen, das Identitäten erst entstehen lässt, kann es keine unmittelbare Präsenz geben, sondern nur die unaufhebbare Nachträglichkeit aller Positivität und Präsenz.

Derrida bezeichnet die Unmöglichkeit, u. Damit ist nicht nur eine jeder unterstellten Einheit vorausliegende Differenz gemeint, sondern auch die Unmöglichkeit einer Sinnvermittlung über die Zeit hinweg, und zwar beispielsweise schon im Ereignis des Übergangs zwischen der mentalen Intuierung einer Bedeutung und deren materiellem Ausdruck, [19] zwischen individueller Bedeutungsintuition und allgemeiner Bedeutungsintention.

Dieses hat zwei verschiedene Bedeutungen. Der Unterschied ist unhörbar da sich -ence und -ance im Französischen phonetisch nicht unterscheiden , wodurch auf Unmöglichkeiten einer eindeutigen Differenzierung von Bedeutungen angespielt wird. Freuds Lust- und Realitätsprinzip werden durch Verzeitlichung und Verräumlichung aufgelöst z.

Kennzeichnend für Metaphysik ist für Derrida u. Derartige identifizierende Urteile sind aus Sicht der Dekonstruktion prinzipiell gefährdet und problematisch, etwa insofern sie sich kontingenten Bedingungen verdanken, die derartige Begriffssysteme zuallererst fundieren und etablieren, insofern dabei uneinholbare Singularitäten aus dem Blick geraten oder insofern das Subjekt, welches das synthetisierende Urteil bildet, in seinem Status selbst ungesichert ist.

Diese Unterstellung kennzeichnet Derrida als Präsenzdenken. Diese Vergegenwärtigung wird u. Von zwei Relaten einer vermeintlichen Identitätsrelation ist, so Derridas Analyse der Urteilsstruktur, deren zweites gerade deswegen nicht strikt identisch mit dem ersten, weil es dieses — wie auf der Ebene der Signifikanten unmittelbar deutlich — nur wiederholt. Er fragt, einer Analyse von Emmanuel Levinas und Jacques Lacan teilweise folgend, [23] nach Elementen in der Philosophie von Heidegger , die diesen dazu verleitet haben, eine nationalsozialistische Position einzunehmen.

Er hinterfragt dabei den Begriff der Verantwortung bei Heidegger und letztlich den Begriff der Person als diejenige Entität , die Verantwortung hat. Er formuliert die Frage aber weiter als ein Problem der Grenzziehung zwischen Subjekten und nicht-Subjekten. Heidegger verwendete mehrere Ausschlusskriterien für Tiere von seinem Personenbegriff: Analog zu Derridas Kritik an der abendländischen Metaphysik sieht er auch in Heideggers Konstruktion von Menschen als weltbildend vs.

Tiere als weltarm eine binäre hierarchische Gegenüberstellung , welche laut Derrida sehr häufig in westlicher Philosophie zu finden ist und auch darüber hinaus Denkmuster beherrsche. Körper , Natur vs. Adams darauf aufbauend die These der abwesenden Referenten entwickelt. Laut Adams greifen vergleichbare Mechanismen auch in gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen, die Frauen betreffen.

Gary Steiner kritisiert an Derrida, dass er offensichtliche Konsequenzen aus einem erweiterten Personenbegriff, wie den Veganismus , nicht bereit sei anzunehmen oder zu fördern. Wolfe und Lawlor bspw. Und vielleicht fängt das Denken an genau dieser Stelle an.

Derrida meint in diesem Essay, ein Schamgefühl durch den Blick seiner Katze zu fühlen, weil er nackt im Badezimmer stand. Zwar bezieht er sich auch auf biblische Passagen zur Scham in Genesis, betont aber vielfach, dass es die konkrete Katze war, die etwas in ihm bewegt habe.

Die Katzenaugen, schreibt er, seien für ihn in dieser Situation ein Spiegel für das autobiografische Ich gewesen. Die beschwerdeführende Person wurde bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet und als Mädchen in das Geburtenregister eingetragen.

Sie verfügt über einen atypischen Chromosomensatz sog. Turner-Syndrom und fühlt sich dauerhaft weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig. Die beschwerdeführende Person hält die Regelungen für verfassungswidrig.

Das Kind ist entweder dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zuzuordnen. Wenn dies nicht möglich ist, wird das Geschlecht nicht eingetragen. Die beiden mittelbar angegriffenen Vorschriften des Personenstandsgesetzes lauten wie folgt: Zuvor hatte es seit keine gesetzliche Regelung zu Personen gegeben, deren Geschlecht nicht eindeutig weiblich oder männlich ist.

Dadurch entstand eine Regelungslücke, die letztlich bis zur Reform des Personenstandsrechts im Jahr fortbestand dazu Wacke, in: Festschrift für Kurt Rebmann, , S. Im Jahr erteilten das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesministerium für Gesundheit dem Deutschen Ethikrat den Auftrag, im Dialog mit den von Intersexualität betroffenen Menschen eine Stellungnahme zur Situation intergeschlechtlicher Personen in Deutschland zu verfassen.

Im Februar legte der Deutsche Ethikrat seine Stellungnahme vor: Zusätzlich sollte geregelt werden, dass kein Eintrag erfolgen muss, bis die betroffene Person sich selbst entschieden hat.

Der Gesetzgeber sollte ein Höchstalter der betroffenen Person festlegen, bis zu dem sie sich zu entscheiden hat. Als Grundlage für künftige Entscheidungen des Gesetzgebers sollten die Zwecke, die mit der Pflicht zur Eintragung nach derzeitigem Recht verfolgt werden, evaluiert werden. Es sollte geprüft werden, ob eine Eintragung des Geschlechts im Personenstandsregister überhaupt noch notwendig ist.

Der Bundesrat forderte die Bundesregierung mit Stellungnahme vom 6. Eine Lösung der komplexen Probleme insbesondere unter Berücksichtigung medizinischer Aspekte könne in diesem schon weit fortgeschrittenen Gesetzgebungsverfahren nicht kurzfristig gefunden werden.

Vor einer Neuregelung wären umfassende Anhörungen von Betroffenen und Sachverständigen durchzuführen. In der zweiten und dritten Beratung wurde der Vorschlag in der Fassung des Ausschusses einstimmig angenommen vgl.

Weitergehende Regelungen sollten zunächst weiteren Diskussionen durch die Fachgremien überlassen bleiben vgl. Das ist bislang nicht erfolgt vgl. Die rechtliche oder faktische geschlechtliche Zuordnung, häufig auch der personenstandsrechtliche Geschlechtseintrag und personenstandsrechtliche Urkunden, spielen in unterschiedlichen Lebenssituationen eine Rolle. Teils hat die Geschlechtszugehörigkeit bestimmte rechtliche Folgen, teils wird der Geschlechtszugehörigkeit im Alltag praktische Relevanz beigemessen, mitunter wird der Registereintrag zum Zwecke der Identifizierung und Datenvalidierung oder zu statistischen Zwecken benötigt.

Die Vorlage der Geburtsurkunde wird unter anderem für die Anmeldungen zum Studium, zu universitären Prüfungen, Staatsexamina und zur Promotion, bei Bewerbungen in den öffentlichen Dienst beziehungsweise in das Beamtenverhältnis sowie für bestimmte Ausbildungsberufe angefordert.

Aus medizinischer Sicht wird an einer allein binären Geschlechtskonzeption nicht festgehalten. Eine Gleichsetzung mit Fehlbildung oder Krankheit sei nicht angemessen vgl. Bundesärztekammer, Deutsches Ärzteblatt vom Varianten der Geschlechtsentwicklung seien keine Krankheit. Keine medizinische oder psychologische Intervention werde an dem Zustand der Uneindeutigkeit per se etwas ändern.

Der Umgang mit Menschen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung sei in der Regel ein gesellschaftspolitisches Problem und müsse im gesamtgesellschaftlichen Rahmen bedacht werden Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.

In den medizinischen und psycho-sozialen Wissenschaften besteht zudem weitgehend Einigkeit darüber, dass sich das Geschlecht nicht allein nach genetisch-anatomisch-chromosomalen Merkmalen bestimmen oder gar herstellen lässt, sondern von sozialen und psychischen Faktoren mitbestimmt wird z.

Irrsinnig weiblich - Psychische Krisen im Frauenleben, Aufl. Die Angaben zur Anzahl der Menschen in Deutschland mit Varianten der Geschlechtsentwicklung variieren je nachdem, welche Erscheinungsformen gezählt werden. So wird beispielsweise eine Häufigkeit von 1: Intersexualität , was einer Anzahl von circa Ausweislich der vorgelegten Chromosomenanalyse verfügt sie über einen numerisch auffälligen Chromosomensatz mit einem X-Chromosom und einem fehlenden zweiten Gonosom.

Die Standesamtaufsicht wies in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass es nicht möglich sei, ein drittes Geschlecht in das Geburtenregister einzutragen. Der Gesetzgeber habe sich für eine binäre Geschlechterordnung entschieden und lediglich die Möglichkeit geschaffen, gar kein Geschlecht einzutragen.

Die Region Hannover schloss sich dieser Stellungnahme an und leitete den Antrag an das zuständige Amtsgericht weiter. Das Amtsgericht wies den Berichtigungsantrag zurück, da die Eintragung eines dritten Geschlechts auch nach Inkrafttreten des Personenstands-Änderungsgesetzes nicht möglich sei.

Eine Verfassungswidrigkeit dieser Regelung sei nicht zu erkennen. Das Oberlandesgericht wies die hiergegen gerichtete Beschwerde zurück. Die hiergegen gerichtete Rechtsbeschwerde wies der Bundesgerichtshof zurück. In welcher Weise der Gesetzgeber von Verfassungs wegen gehalten sei, der Situation der Betroffenen durch eine Änderung des materiellen Familienrechts Rechnung zu tragen, sei im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen.

Durch die Schaffung eines weiteren Geschlechts wären staatliche Ordnungsinteressen betroffen. Darum gehe es der antragstellenden Person hier aber nicht. Mit der Verfassungsbeschwerde rügt die beschwerdeführende Person eine Verletzung ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. Weil ihre intergeschlechtliche Identität eindeutig und dauerhaft sei, habe sie Anspruch auf gleichberechtigte Anerkennung ihres Geschlechts als Ausprägung ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts.

Die erzwungene Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht greife in ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht ein, da sie verpflichtet werde, sich in ein binäres System einzuordnen, das ihrem eigenen Identitätsempfinden nicht entspreche. Auch nach Neuregelung des Personenstandsgesetzes habe sie lediglich die Wahl, sich entweder in eine unzutreffende Kategorie als männlich oder weiblich einzuordnen oder den Geburtseintrag offen stehen zu lassen und damit keinem Geschlecht anzugehören.

Zwar mache es materiell-rechtlich keinen Unterschied, ob der personenstandsrechtliche Geschlechtseintrag offengehalten oder positiv bezeichnet werde, weil das materielle Recht die Existenz intergeschlechtlicher Menschen bislang ignoriere. Die Funktion des Personenstandseintrags im Geburtenregister gehe aber über die Abbildung von familienrechtlich erheblichen Tatsachen weit hinaus.

Solange es den Geschlechtseintrag im Personenstandsrecht gebe, sei er ein wichtiger Baustein der Identitätsbildung des Individuums im sozialen Kontext. Der staatliche Akt verleihe dem Merkmal eine zusätzliche Bedeutsamkeit. Der bürokratische Aufwand erhöhe sich nicht nennenswert. In der unterschiedlichen Behandlung intergeschlechtlicher Personen gegenüber männlichen oder weiblichen Individuen liege eine unzulässige Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts Art.

Während männliche und weibliche Personen im Personenstandsregister als männlich oder weiblich bezeichnet würden, gebe es für die intergeschlechtliche Identität der beschwerdeführenden Person keine rechtlich registrierbare Bezeichnung.

VLSP sowie der freie zusammenschluss von studentInnenschaften fzs e. Die Bundesärztekammer weist auf ihre frühere Stellungnahme hin Deutsches Ärzteblatt vom Insgesamt hält das Institut die personenstandsrechtliche Anerkennung einer nicht-binären Geschlechtlichkeit für notwendig.

Bei Befragungen inter- und transgeschlechtlicher Personen in Deutschland habe ein Viertel bis ein Drittel eine nicht-binäre Identifikation angegeben. Als könne jeder Minute der Geschlechtslosigkeit schädlich sein - sofort nach der Geburt bekommt das Baby sein Kärtchen oder sein Bändchen, in Rosa oder Hellblau. Und dann geht es erst richtig los. Mit den Stramplern in Rosa Aufschrift: Mit dem hellblauen "Sportsfreund"-Shampoo und dem rosafarbenen für die "Prinzessin".

Nieder mit dem Rosa. Das ist allerdings nicht mehr ganz so gemeint: Es geht jetzt mehr darum, Rosa als akzeptierte Farbe für Jungen zu etablieren. Schmiedel könnte in den Kampagnen, die sie anprangert, als Model auftreten: Schön, wenn man Spielzeug, Schulzeug, Kleidung gleich zweimal verkaufen kann, für die Mädchen, für die Jungs. Aber ich nehme sie ihnen nicht weg. Aber warum funktioniert es eigentlich? Spricht da einfach nur die Natur? So waren neunmonatige Jungs eher von mechanischen Bewegungen fasziniert, von Bällen etwa, Mädchen hingegen eher von Gesichtern und Puppen.

Sind es die Gene, die Hormone? Erwachsene Versuchspersonen fanden in einem Raum ein Kind und allerlei Spielzeug vor.

War es "Sophie", bekam das Kind die Puppe in den Arm. Dann spielten die beiden. Ziemlich überrascht waren die Versuchspersonen, als sie erfuhren, dass "Oliver" ein Mädchen und "Sophie" ein Junge war.

Wie weit der Einfluss der Biologie geht, das ist umstritten und wird es wohl immer bleiben. Dass soziale Faktoren tatsächlich nicht zu vernachlässigen sind, beschreibt beispielsweise Neurowissenschaftlerin Cordelia Fine. Der Mensch ist ein Gruppentier, das war er schon lange vor der Konsumgesellschaft.

Wer sich als Mädchen definiert, sucht die Zugehörigkeit zur Mädchengruppe auch durch die Objekte, mit denen man sich beschäftigt oder die man am Körper trägt. Neutrales Spielzeug, sagt Fine, verliert für Jungen an Attraktivität, sobald es als Mädchenspielzeug bezeichnet wird.

Hier Ritter, da Prinzessin - so sortiert sich das. Im Normalfall aber gilt - wenn das Mädel auf Bäume klettert: Wenn der Knabe mit Puppen spielt: Das ist die Botschaft der ersten Jahre: Mädchen und Jungs leben auf verschiedenen Planeten. Erst später werden sie erfahren, dass das nicht mehr stimmt. Es ist eine Orientierung an etablierten Mustern, die manchem inzwischen geradezu anachronistisch erscheint.

Die Justiz verlange Geschlechtsblindheit. Die Bedeutung der Geschlechtszugehörigkeit, argumentiert Hirschauer, habe sich auf das private Leben konzentriert. Und auch in der Paarbeziehung sei nicht mehr durch den Chromosomensatz klar bestimmt, wer was mache: Was einmal per Geschlecht festgelegt war, ist "zum Gegenstand individueller Aushandlung geworden".

Das ist ein bisschen zu freundlich ausgedrückt - Hirschauer beschreibt eher einen Anspruch als die Realität. Aber schon der Anspruch bringt die Gesellschaft voran. Und es stimmt ja: Die Differenz zwischen Frauenleben und Männerleben schwindet eher, als dass sie wächst. Männer übernehmen mehr Fürsorge, Frauen mehr Macht.

Eine Frau ist Kanzlerin, so lange schon, dass kleine Jungs mit der Frage kommen: Die Heterosexualität tritt als Norm ein wenig zurück und lässt anderes sichtbar werden. Minister dürfen schwul oder lesbisch sein. Auf Facebook kann man sich zwischen 60 Geschlechtszugehörigkeiten entscheiden.

Gendermarketing, glaubt Stevie Schmiedel, funktioniere nicht obwohl, sondern gerade weil sich die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau immer mehr auflöse; am Arbeitsplatz, in den Beziehungen: Sie suchen dann Sicherheit, gerade für ihre Kinder.

So komme es, dass der erwachsene Vater völlig selbstverständlich den Kinderwagen schiebe, "aber wenn sein Sohn sich eine Puppe und einen Kinderwagen zum Spielen wünscht, schreckt er zurück". So feiern Jugendliche heute das Erwachsenwerden, in Posen, die ihren Eltern altmodisch erscheinen, und niemand zwingt sie, sie wollen es so.

Prinzessin, bist du das? Luzia trägt einen winzigen Stecker im Nasenflügel, eine bunte Stoffhose, ein Dutzend Armbänder und sieht exakt so aus, wie man sich jemanden vorstellt, der, wie sie sagt, "auf jeden Fall später mal etwas Soziales machen will. Vielleicht eine Ausbildung als Erzieherin, dann vielleicht Sozialpädagogik".

Als aber vor ein paar Monaten der Abi-Ball anstand - 53 Euro Eintritt pro Person, die Mädchen im Ballkleid, die Jungs im Anzug, einige mieteten sogar eine Limousine -, hat auch Luzia lange über das passende Kleid nachgedacht; rosa ist es nicht. Sie hat sich geschminkt, hatte einen Tanzpartner. Das ganze, traditionelle Paket, nur dass es eben praktisch keine Tradition in Deutschland hat und, ähnlich wie Halloween, ein US-Import ist.

Der Tanz im Ballsaal: Das ist die formalisierte Ungleichheit. Er führt, sie folgt. Man inszeniert sich als Prinzessin", sagt Luzia.

Für sie ist es einfach eines jener Rollenspiele, in denen die jungen Menschen heute viel geübter sind als die früheren Generationen. Es ist eine Inszenierung, eine, die bewertet werden wird. Auf Facebook, auf Instagram. Schulabsolventin Kramer mit ihrem Abi-Ball-Kleid: Die Welt, in die man als junger Mensch hineinwächst, besteht aus digitalen Datingbörsen und ständig verfügbarer Pornografie, aus formalisierten Abi-Bällen und Hochzeitsfeiern, auf denen man einander Treue schwört.

Das Flüchtige zählt ebenso wie das Ewige, und ob es um sexuelle Fantasien geht oder um Hochzeitsträume - es gibt viel Widersprüchliches. Es gibt aber auch ein gemeinsames Moment in diesen Sphären, und das ist die Macht der Bilder. Das gilt auch für junge Männer, mehr, als es früher der Fall war. Sie trainieren sich Muskeln an, Sixpacks, und zeigen ihre nackten Oberkörper auf Instagram wie Trophäen.

Das gilt mehr denn je für junge Frauen. Die Bilder, die man Freunden schickt, es gibt Apps für Selfies, die den abgebildeten Menschen dünner und die Haut reiner machen.

Glück hat, wer diese Selbstdarstellung nur als Rollenspiel begreift - wie Luzia. Viele tun das nicht. Viele Mädchen zeigen sich sexualisiert, sie zeigen Lippen, Brüste. Aber der Genuss, den sie suchen, ist nicht unbedingt Sex, sondern eher das Gefühl: Jemand findet mich gut.

Die Prinzessin will bewundert werden, immer noch, aber anders - sie "fühlt sich jung und hip, sie tindert und macht alles mit, was von ihr verlangt wird.

Die Mädchen, so sieht sie es, erfüllen die Wünsche der Jungs. Sie wollen "die Bestnote". Sie wollen gefallen, obwohl sie ihr Glück nicht nur an der Seite eines Mannes suchen, sondern auch im eigenen Leben, im Job.

Dass ganz anderes wichtig sei als der attraktive Körper - das war einmal Utopie und ein bisschen auch Praxis. Das war damals, in den Hippie- und Gorleben- und Peacenik-Zeiten, als Männer, Frauen, wer auch immer, in Richtung unisex zu driften schienen, als sie, anstatt auf Abi-Bällen zu tanzen, mit Jeans, Parka und langen Haaren durch die Welt zogen und die Absicht erklärten, diese zu verändern. Der Feminismus trug Latzhose und bedeutete: Der Feminismus ist heute anders.

Der Feminismus sagt eher: Ich bin so schön, dass ich auch klug sein darf. Ein rosa Feminismus tritt an die Stelle desjenigen, der früher lila und kratzbürstig war. Vor allem der nackte Frauenkörper sorgt für Aufmerksamkeit, er sei sogar, so erzählen es öffentliche Frauenfiguren wie Miley Cyrus oder die Aktivistinnen von Pussy Riot, eine Möglichkeit, Macht auszuüben - aber sie verwechseln da etwas.